2012 und 2018                      Familienfreundliche Gemeinde
Kleinsteinhausen

Der Wald in Kleinsteinhausen

Die Gemarkung von Kleinsteinhausen hat eine Größe von 573 ha, davon sind 158 ha Wald,davon sind 106,5 ha im Besitz der Ortsgemeinde. Das Forsteinrichtungswerk hat für den Gemeindewald Kleinsteinhausen einen Gesamtvorrat von 24 000 fm Holz ermittelt. Jährlich wachsen im Gemeindewald 750 fm Holz dazu. Die Holznutzung in den letzten 10 Jahren lag bei durchschnittlich 335 fm. Der Gemeindewald von Kleinsteinhausen ist PEFC zertifiziert und wird nach diesem Standard bewirtschaftet.

https://pefc.de/fur-waldbesitzer/waldstandard 

Darüber hinaus ist die Ortsgemeinde an einer nachhaltigen und umweltverträglichen Waldbewirtschaftung interesiert. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Erhalt der biologischen Vielfalt im Wald. Aus diesem Grund hat sich die Ortsgemeinderat in seiner Sitzung am 09.Mai 2018 für die Umsetzung des BAT-Konzept (Konzept zum Umgang mit Biotopbäumen, Altbäumen und Totholz) entschieden.                             Um diese Grundsätze des BAT-Konzeptes umzusetzen wurden verschiedene Maßnahmen auf den Weg gebracht:                                    Ein Teil des Steilhangs, der im 2. Weltkrieg als Panzersperre angelegt wurde, als Waldrefugium ausgewiesen. Das Waldrefugium dient der Sicherung von Alt- und Totholzbiozonen in einem räumlich-funktionalen Verbund. Es handelt sich hierbei um eine auf Dauer eingerichtete Waldfläche von 3,45 ha unterhalb des Steilhangs auf einem Plateau am Mühlberg. Die natürliche Entwicklung der Fläche wird der Natur überlassen: Flächige Erhaltung und Entstehung von (Ur-)altbaum-Strukturen und Totholz, Zulassen kleinflächiger Zerfallsphasen und Schaffung von Ruheräumen und Erhaltung von Quellpopulationen und korrelierten Arten. Da in dieser Fläche einige Feuchtstellen vorhanden sind wurde/wird an verschiedenen Stellen, durch Anlegen von kleinen Mulden, der Lebensraum der Amphibien verbessert. Das Waldrefugium wird im Zuge der Forsteinrichtung bestandsscharf abgegrenzt und kartografisch erfasst. Die Ausweisung von Biotopbaumgruppen, Einzelbiotopbäumen, Höhlenbäume, Totholz  und Horstbäume, die als Lebensraum für zahlreiche Arten dienen und besiedelt sind, sollen geschützt werden. Ihr Erhalt sichert den jeweiligen Arten ihren Lebensraum über mehrere Generationen hinweg. Diese Bäume dürfen nicht gefällt werden, ihr Standort wird deshalb auch nur dort gewählt wo keine Wege entlang führen. Die ausgewählten Biotopbäume bleiben bis zur Vollständigen Zersetzung im Wald.

Eine ausgewiesene Biotopbaumgruppe befindet sich im Scheuerwald um die Mardelle im Südosten des Waldteils. Um die Mardelle wurde 5 Eichen, 10 Hainbuchen und 3 Buchen als Biotopbaumgruppe markiert. (Siehe Bilder 1 bis 3)


Ein Beispiel für ein Einzelbaumbiotop ist im Scheuerwald unmittelbar neben der bereits erwähnten Mardelle zu finden. (Bild 4)

 

Weiterführende Informationen zum BAT-Konzept:             https://www.wald-rlp.de/fileadmin/website/downloads/angebote/bat_konzept.pdf

Geplante Waldverjüngungsmaßnahmen:                                             Im Gemeindewald sind an verschiedenen Stellen Waldverjüngungsmaßnahmen geplant. Im Geseil- und Scheuerwald soll auf natürliche Weise die Eiche verjüngt werden: Um die Baumart für die nächsten Generationen zu erhalten muss an geeigneter Stelle im Wald eine große Anzahl von Samenbäumen vorhanden sein, die in der Lage sind, den Aufschlag der Eicheln auf der Verjüngungsfläche sicher zu stellen. Die Fläche auf der Eichen verjüngt werden sollen, müssen gegen Wildverbiss geschützt werden. Der Zaun muss im Frühjahr vor dem Austreiben der Knospen erstellt werden. Ein Lichtungshieb kann notwendig sein, wenn die jungen Pflanzen Licht benötigen. Im Geseilwald ist deshalb nach der nächsten Eichelmast geplant eine 0,5 ha große Fläche zu verjüngen. Auf der Fläche befinden sich Alteichenbestand mit einem dichten Hainbuchen-Unterstand. Nach dem Fallen der Eicheln wird dann der beschattende Hainbuchenunterstand gefällt, dass dann dort im nächsten Frühjahr die kleinen Eichen genügend Licht zum wachsen haben. Um die aufgelaufene Eichenverjüngung vor dem Verbiss durch Rehwild zu schützen muss dann noch ein Zaun gebaut werden. Hierbei ist geplant, dass die ortsansässigeJägerschaft bei Unterhaltung und Kontrolle des Zauns den Waldbesitzer unterstützt.

Bild 5: mit „rot“ ist der geplante Zaunverlauf markiert. „Weis“ sind die 26 Samenbäume.

Bild 6: Alteiche mit hohem Wertholzanteil und zugleich Samenbaum im Gemeindewald.

Bild 7: Eine kleine Eiche. Von diesen soll es in den nächsten Jahren dann noch mehr geben.

Unterhalb des Steilhangs am Mühlberg und am Rothberg-Eichköpfchen sind weitere Waldverjüngungsmaßnahmen geplant. Wegen fehlender Samenbäume sollen Edellaubhölzer(Ahorn/Kirsch) gepflanzt werden.